Tattoo verkauft - Nach dem Tod wird Haut abgezogen
Zürich - Der Schweizer Tim Steiner hat sich 35 Stunden lang ein Werk des belgischen Künstlers Wim Delvoye auf den Rücken tätowieren lassen und es dann verkauft.
Er werde sich und das Werk nun in Shanghai ausstellen, sagte eine Sprecherin der Galerie de Pury & Luxembourg am Mittwoch in Zürich.
Ein Sammler habe 150 000 Euro bezahlt, um über das Haut-Gemälde des Konzeptkünstlers verfügen zu dürfen - auch über den Tod des jetzt 31-jährigen Musikers Steiner hinaus, hieß es weiter. Nach einem Vertrag hat der Käufer das Recht, die Arbeit »TIM« auf Steiners Rücken während drei bis vier Wochen pro Jahr öffentlich auszustellen oder auch privat zu zeigen. Der Kaufpreis wird zwischen dem Künstler, der Galerie und dem Träger der Tätowierung geteilt. Der Besitzer darf das mobile Werk verkaufen oder vererben und Steiner nach seinem Tod buchstäblich die Haut über die Ohren ziehen. Der Käufer habe aber auch das Risiko, das Kunstwerk nach einem Meinungsumschwung des Trägers wieder zu verlieren. Das sei vergleichbar mit anderen vergänglichen Kunstwerken, erklärte die Galerie.